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Kühne+Nagel connects people - eine Geschichte, die keine Grenzen kennt

Wir kennen es vermehrt aus den Medien: Berichte über die aktuellen Flüchtlingssituationen, Bilder von überfüllten Booten auf dem Meer oder Fotos, welche die Lage in den Flüchtlingsheimen abbilden. Tesfasillassie (33) und Atakliti (28), ursprünglich aus Eritrea, haben diese Szenarien durchlebt und sind aus ihrem Heimatland geflüchtet. Nun arbeiten beide bei Kühne+Nagel in der Schweiz und haben mit uns ihre bewegende Geschichte geteilt.

Die Geschichte der Flucht aus Eritrea

Tesfasillassie

Tesfasillassie, geboren nahe der Hauptstadt, besuchte bis zur elften Klasse die Schule in seinem Heimatort, bevor er sich zum Profi-Fussballspieler weiterentwickelte. Parallel war er für das Militär tätig, bis er sich 2011 entschied, aufgrund der politischen Situation im Lande, zu fliehen.

Die Flucht war keineswegs einfach: Seine Reise begann zu Fuss nach Äthiopien (ca. zweieinalb Tage), dort angekommen verbrachte er dann circa zwei Wochen in einem Flüchtlingscamp. Für uns ist das kaum vorstellbar, denn die Zeit war geprägt von Angst, Ungewissheit, Heimweh, Hunger und Durst. Von dort aus ging es weiter über Kenia in den Süd-Sudan. Am 17 Juli 2012 hatte er dann endlich die Möglichkeit, mit dem Flugzeug in die Schweiz einzureisen - eine ganz besondere Etappe wie Tesfasillassie berichtete, denn es war das erste Mal in einem Flugzeug und dies mit Aussichten auf ein Leben in Sicherheit.  

Da die Aufenthaltsbewilligung noch nicht ausgestellt war, durfte er erst einmal nicht arbeiten. So entschied er sich, diese Zeit sinnvoll zu nutzen und einen Deutschkurs zu besuchen, um seine persönlichen Ziele weiterzuverfolgen. 

Heute ist Tesfasillassie verheiratet und glücklicher Vater von zwei kleinen Kindern.

Atakliti 

Bei Atakliti war die Situation recht ähnlich. Auch er besuchte bis zur elften Klasse die Schule in seinem Heimatdorf. 2016 entschied er sich über den Sudan nach Libyen zu fliehen, in der Hoffnung, in Europa Aussichten auf ein besseres Leben zu haben. Er beschrieb seine Flucht als eine furchtbare Zeit, welche er nie wieder durchleben möchte. Atakliti sprach davon, dass er während seiner Flucht kaum etwas zu Essen oder zu Trinken hatte und mehrere Tage mit vielen anderen Flüchtlingen in einem kleinen Auto verbringen musste, um auf seiner Route weiterzukommen. Auch die Situation in dem Flüchtlingscamp in Libyen, in welchem er einen Monat verbrachte, war sehr belastend. Dort gab es kaum Nahrungsmittel - zu viele Menschen auf einmal, welche das Lager auch nicht verlassen durften. 

Mit Hilfe seines älteren Bruders, schaffte es Atakliti im April 2016 mit einem kleinen Boot nach Italien zu fliehen. Auf dem Weg dorthin wurden die Flüchtlinge von einem grossen spanischen Schiff gerettet. Die Crew zögerte keinen Augenblick und kümmerte sich sofort um die Menschen auf dem kleinen Flüchtlingsboot. Atakliti verbrachte neun Monate in Italien und erhielt dann endlich seine Aufenthaltsgenehmigung für die Schweiz.

Beginnend mit diesem Zeitpunkt konnte für ihn ein neues Leben beginnen!

Kühne+Nagel verbindet

Eine berufliche Heimat 

Tesfasillassie und Atakliti teilen beide das gleiche Schicksal. Sie haben bei Kühne+Nagel ihre berufliche Heimat gefunden und sich auch dort kennen gelernt. Durch ihre gemeinsame Geschichte sind sie zu guten Freunden, fast schon zu Brüdern, geworden.

Anfang 2015 konnte Tesfasillassie endlich sein langersehntes erstes Praktikum beginnen. Nach dem ersten Praktikum erfolgte ein weiteres bei Kühne+Nagel in der Schweiz. Im Anschluss daran bekam er die Möglichkeit, eine Lehrstelle als Logistiker an unserem Standort in Embrach anzutreten. Die Ausbildung schloss er nach drei Jahren erfolgreich ab: Der Startpunkt für ein neues Leben in der Schweiz.

Atakliti arbeitet heute ebenfalls bei Kühne+Nagel und absolviert derzeit seine Ausbildung als Lagerist. Mit voller Einsatzbereitschaft, hoher Motivation und grossem Erfolg hat er sich, genau wie Tesfasillassie zu einem wichtigen Teil des Teams vor Ort weiterentwickelt.

Atakliti berichtete, dass Tesfasilassie ihm eine grosse Unterstützung in jeglicher Hinsicht war. Beide beschrieben die gleichen Herausforderungen und Schwierigkeiten, welche eine Flucht mit sich bringt: Die neue Kultur, das ungewohnte Klima, aber vor allem die Sprache (Schwizerdütsch beschrieben beide als noch komplizierter). Auch das starke Heimweh und der wenige Kontakt zu den Familien ist eine grosse Belastung für beide; ein wichtiger Teil in ihrem Leben, der immer fehlen wird!

An der Arbeit schätzen sie die Hilfsbereitschaft aller Kollegen vor Ort. Sie seien alle zu einer Familie geworden und geben einen Rückhalt, berichtet Atakliti. Beide bekommen jeden Tag die Möglichkeit, sich persönlich wie auch fachlich weiterzuentwickeln und Neues dazu zu lernen.  

Auf die Frage, was sie sich für ihre Zukunft wünschen, antwortete Tesfasillassie, dass er sich eine Kühne+Nagel Niederlassung in Eritrea wünscht, mit der er regelmässig zusammenarbeiten könnte, um so seiner Heimat und seiner Familie wieder ein Stück näher zu kommen. Und auch Atakliti hat Wünsche: Zunächst möchte er seine Lehre erfolgreich abschliessen und sobald wie möglich wieder seine Mama in die Arme schliessen. Sein nächstes grosses Ziel ist es dann, eine eigene Familie zu gründen.

Wir freuen uns, dass wir Tesfasillassie und Atakliti helfen konnten, sich ein neues Leben in Sicherheit aufzubauen.


Falls Sie sich auch für eine Karriere bei Kühne+Nagel interessieren, schauen Sie sich gerne unsere offenen Jobs an. 

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